Karfiolauflauf mit Broccoli-Béchamel nach Jamie Oliver

Karfiolauflauf mit Broccoli-Béchamel nach Jamie Oliver

Doppelte Portion Gemüse, gut getarnt.

Zutaten
1kg Karfiol in Röschen (inkl. zerteilter Strunk), geht auch Tiefkühl
500g Broccoli in kleinen Röschen
2 Knoblauchzehen
50g Butter
50g Mehl (ich nehm Buchweizenmeh, weil glutenfrei)
500ml Milch
75g geriebener Käse (z.B. Cheddar)
2 Scheiben altbackenes Brot
25g Mandelsplitter
Thymian
Olivenöl

Zubereitung
Aus Butter, zerdrücktem Knoblauch und Mehl eine Einbrenn zubereiten. Milch dazu. Gut umrühren, Broccoliröschen reingeben und auf kleiner Flamme (ca. 20 Minuten) weich kochen. (Da dabei immer die Einbrenn anbrennt (sic!), koche ich den Broccoli nächstens extra. Der Jamie Oliver macht das sicher nur im TV-Studio, wenn jemand anders seine Töpfe reinigen muss 😉 )

Wenn der Broccoli weich ist, in der Einbrenn zerstampfen. Hälfte des Käses hinzufügen, je nach Käsesorte musst du noch nachwürzen mit Salz oder Gemüsesuppen-Extrakt.

Brot in der Küchenmaschine mit Thymian, Mandelspittern, bisschen Salz und Pfeffer und 1 EL Olivenöl zermixen.

Karfiol in eine Auflaufform geben, mit der Einbrenn-Broccolisauce bedecken, Bröselmischung und restlichen Käse drüber und für ca. 1h ins Backrohr bei 180 Grad. Dann sollte der Karfiol weich sein.

Quelle: Mal im TV gesehen, aber nachgelesen bei teilzeitgoettin.de#



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Franzobel, Rechtswalzer – eine Gastrezension von Manuela Grabherr-Gappmayer

Franzobel, Rechtswalzer – eine Gastrezension von Manuela Grabherr-Gappmayer

Franzobel ist wieder einmal unter die Krimiautoren gegangen und hat sich einen politischen Phantasie-Reigen erdacht, der einige Monate nach Entstehung des Buches wohl gar nicht mehr so viel Phantasie benötigt.

Zwei Erzählsträngen folgt die Geschichte. Da ist einerseits Malte Dinger, Besitzer einer Bar, in der am liebsten Gin in verschiedensten Variationen verkauft, Vater eines Schulanfängers, Familienmensch und Ehemann – bis er eines morgens ein Handy findet und beim Schwarzfahren erwischt wird. Letzteres aus Versehen, da ihm seine Frau die Monatskarte aus der Geldtasche genommen und nicht wieder zurückgelegt hatte. Die Strafzahlung konnte er nicht leisten, da fehlten ihm einige Euros, so wurde er festgenommen und inhaftiert. Nicht ohne Pannen. In seiner Wut und Verzweiflung hat er dem Polizisten einen Zahn ausgeschlagen, was sich natürlich nicht mildernd ausgewirkt hatte.

Und andererseits gibt es Kommissar Groschen, der zu einem sensationell grausamen Mord in einem verlassenen Gebäude in der Strozzigasse gerufen wird. Schon bald führt ihn die Spur des Mörders aufs Land zu einer Adelsfamilie, bei der offensichtlich nicht mehr viel Adel übrig geblieben ist. Der Mord soll ad acta gelegt werden, der mögliche Täter  ist und bleibt flüchtig. Groschen glaubt nicht daran. Und wird recht behalten. Ein weiterer Mord, ähnlich grausam beschrieben, im selben Familienumfeld geschieht. Die Suche wird erneut aufgenommen.

Es kommt zum großen Showdown – naheliegend in Österreich, beim Opernball. Hier findet sich der beste Boden um Gesellschaftskritik gedeihen zu lassen. Die zwei Erzählstränge treffen sich und es kommt zu Aufklärungen und damit, nach mehr als 400 Seiten doch zu einem etwas abrupten Ende des Buches.

All das geschieht eingebettet in ein Österreich, das von der rechten Partei LIMES regiert wird, vom Meister und seinem Gehilfen. Die Welt hat sich damit geändert. Die Polizei wurde aufgestockt, Flüchtlinge und andere Nichtwillkommene außer Landes verwiesen, Theaterdirektoren wurden angewiesen bestimmte Autoren nicht mehr zu spielen, und, und, und. Speziell die Beschreibung der politischen Veränderung hinterlässt beim Lesen ein banges Gefühl. Man weiß, dass Franzobel beim Schreiben seines Kriminalromanes vieles, was das heutige Österreich ausmacht, noch nicht gewusst haben kann. Er hat phantasievoll Szenarien vorweggenommen, die für die meisten Österreicherinnen und Österreich zu dem Zeitpunkt nicht denkbar waren. Nun ist der Roman erschienen, lektoriert, gesetzt, gedruckt, und verkauft und Österreich ist der absurden Phantasiewelt Franzobels beängstigend nah gekommen.

So hat es Franzobel auch geschafft in meine Alltagswelt zu gelangen. Bei einer meiner letzten Fahrscheinkontrollen funktionierte die App nicht und ich spürte eine leicht Malte Dinger-Panik aufkommen. Für mich ist alles gut ausgegangen. Österreich ist zu wünschen, dass es allen anderen auch so ergeht.

Franzobel schafft ein Werk voll Sprachgewalt. Er bedient sich ganz unglaublichen Bildern, die ich persönlich nie verfilmt sehen möchte und die an die Grenze verkraftbarer Brutalität gehen. Aber er spielt auch mit den Wörtern, lässt literarische Kunstformen, etwa die der Alliteration einfließen – “Die Teller, Türen, Toiletten waren noch dieselben, auch die Betten, Bestecke, Besen wirkten gewöhnlich.”

“Rechtswalzer” ist ein verstörendes Buch, eines das niveauvoll unterhält. Geeignet nicht nur für Krimileser. Es ist ein Glanzstück österreichischer, sehr österreichischer Literatur.

Franzobel
Rechtswalzer
Verlag Zsolnay
416 Seiten
3552059229

Mag. Manuela Grabherr-Gappmayer MSc, Publizistin, Leserin, vereitelte Buchhändlerin und unermüdliche Projektentwicklerin

Melanzani-Pfanne mit Faschiertem und Käse (4P.)

Melanzani-Pfanne mit Faschiertem und Käse (4P.)

überraschend schmackhaft, schnell & einfach und in vegetarischer Variante machbar

Zutaten
2 Melanzani
2 Knoblauchzehen
2 gelbe Zwiebel
400g geschälte, gewürfelte Tomaten aus der Dose
125 Mozarella oder Parmesan
7 EL Öl
500g Rinderfaschiertes (oder vegetarische Variante)
1 Handvoll Basilikumblätter


Zubereitung
Melanzani putzen, in ca. 1,5 cm große Stücke schneiden, salzen und in einem Sieb abtropfen lasssen. Knoblauch und Zwiebel schälen und klein würfeln.

2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch und Zwiebel anschwitzen. Faschiertes dazugeben und ca. 5 Minuten gut duchbraten. Tomaten und 100 ml Wasser dazugeben und ca. 5 Minuten köcheln lassen.

Währenddessen in einer großen Pfanne restliches Öl erhitzen, Melanzani mit Küchenpapier gut ausdrücken und sehr stark anbraten (Die müssen wirklich alle bräunlich werden!). (Ich lass die dann noch mal abtropfen auf Küchenpapier und das restliche Öl wegzubekommen.) Faschiertes drunter mischen. MIt Salz und Pfeffer abschmecken. Käse darauf verteilen und im Backrohr auf mittlerer Schiene ca. 10 Minuten bei 180 Grad Ober-Unterhitze überbacken.

Quelle: Frisch gekocht


Öffi-Geschichte: die Nobelpreisträgerin und ich

Öffi-Geschichte: die Nobelpreisträgerin und ich

In der U4 sitzt mir eine junge Frau gegenüber. Sie sticht heraus, da sie eine der wenigen ist, die nicht in ihr Handy schaut. Sie kramt einen Kugelschreiber aus der Tasche und macht sich Notizen auf ihrer Handinnenfläche. Mit jedem Wort, das sie schreibt, heben sich ihre Mundwinkel. Sie hat einen schönen Mund. Einen ungewöhnlichen. Ein bisschen so🥴 aber ohne Kater. Wenn sie auf der Seite liegt macht ihr Mund wahrscheinlich den perfekten Sportbogen.

Immer wieder schaut sie auf ihre Hand und lächelt. Es ist kein fröhliches sondern ein zutiefst zufriedenes Lächeln.

Sie ist eine Schriftstellerin, die gerade den perfekten ersten Satz ihres neuen Romans gefunden hat. Mit diesem Roman wird sie berühmt. Und ich war dabei! Vielleicht hab ich sie sogar inspiriert… Wenn sie den Literaturnobelpreis entgegennimmt, wird sie an mich denken. Sie wird – diesmal versonnen – lächeln und sicher meiner erinnern. Und dankbar sein für mein aufmunterndes Nicken. Für die Kleine Narbe über meiner rechten Augenbraue, die sie auf diese ganz spezielle Wendung in ihrer Geschichte gebracht hat, die das Feuilleton so hymnisch lobt. Und ich war ihre Muse!

Spoiler:

Die Mundschöne hatte ihr Handy vergessen. Auf ihrer Handinnenseite notierte sie das, was ihr von ihrer todo-Liste noch in Erinnerung geblieben war. Und sie lächelte deshalb so zufrieden, weil sie schon einiges davon erledigt hatte.

Angelika Waldis, Ich komme mit

Angelika Waldis, Ich komme mit

Leben ist, wenn man Sterben das Letzte findet.

Komisch: Der zweite Roman en suite bei dem es ums Sterben geht?! Ich fand Wissers Königin der Berge wirklich gut. Aber Ich komme mit liegt mir viel mehr. Vielleicht weil es von einer Frau geschrieben wurde…

Ähnlich wie Wisser, hat Angelika Waldis ein sehr entspanntes Verhältnis zur Sprache. Sie erfindet Wörter, schreibt ein-Wort-Sätze. Hört mittendrin auf, wenn etwas nicht sag-/schreibbar ist. Je mehr es dem Ende zugeht, umso reduzierter wird das Gesagte. Manchmal schlägt das Schweizerische durch. Das fühlt sich dann komisch an.

Vita ist 72. Sie ist des Lebens ein wenig müde. Ihr Sohn lebt weit weg in Australien und meldet sich fast nie. Ihre Füße schmerzen. Sie ist einsam. Lazy, ihr Nachbar, ist grad mal 20. Außer Grüßen am Gang, „Alo Maier“, verband sie bisher nichts. Doch das ändert sich, als Lazy die Diagnose Leukämie bekommt. Vita nimmt Lazy bei sich auf. Sie planen eine (letzte?) große Reise.

Humor, Komik, Poesie, Banalität. Waldis schaukelt uns sanft dem Ende entgegen. Zwischen schmutziger Wäsche und Marillenkuchen haut sie uns Aphorismen um die Ohren “ Das Leben ist wie ein Geschenk. Man kanns nur einmal auspacken. “ Sie gibt (Mausi) und sie nimmt (Ausi).

Manches ist mir zu „Faust-aufs-Aug“ wie zum Beispiel dass die Protagonistin Vita heißt. Vita Maier. Das normale Leben quasi. Oder Aydan, die Schöne Tochter des Taxifahrers, die vom Mond kommt.

Ich komme mit erinnert mich ein bisschen an Mariana Leky, Was man von hier aus sehen kann. Es hat auch so einen heiteren Grundton, einen schrägen Humor, einen – grundlosen? – Optimismus.

Jedenfalls mag ich Bücher, bei denen es ums Sterben geht und ich nicht weinen muss (wobei eich bei Mariana Leky schrecklich geplärrt habe!). Eine unbedingte Leseempfehlung für Jung und Alt und sehr Alt.

Mein Lieblingsbuch 2018.

Danke an Sonja Franzke für die Empfehlung!

Angelika Waldis
Ich komme mit
Verlag Wunderraum
224 Seiten
9783336547975

Erster Satz:

Gott, hast du mich erschreckt!

Übrigens auch optisch ein sehr schönes Buch!


Daniel Wisser, Königin der Berge

Daniel Wisser, Königin der Berge

Wenn der Protagonist nach 390 Seiten stirbt, und ich muss nicht heulen wie ein Schlosshund, ist das das sicherste Zeichen für Pathoslosigkeit. (Ich! Wo ich doch schon bei der Ottakringer-Werbung ein Tränchen verdrücken muss…)

Daniel Wisser, hochgelobt und gehypt vom Feuilleton, ausgezeichnet mit dem Österreichische Buchpreis, wird nun auch von mir akklamiert. Erstens weil er mit viel Humor den vermeintlich humorlosesten Abschnitt des Lebens beschreibt: dessen Ende. Zweitens, weil er eine neue Form erfindet: Er streicht durch, was man nicht sagen/denken darf, schwärzt, was man nicht lesen darf, schreibt zwei Versionen: eine wahrhaftige und eine „veröffentlichte“.

Robert Turin (mit der Betonung auf der ersten Silbe) lebt freiwillig in einem Heim. Er ist an Multipler Sklerose erkrankt. Seine Krankheit nennt er Königin der Berge. Sie zwingt ihn in den Rollstuhl und raubt ihm Stück für Stück seine Autonomie. Herr Turin, wie er im Heim genannt wird, will sich den letzten Rest freien Willen bewahren und sich in der Schweiz das Leben nehmen, doch braucht er dafür jemanden, der ihn hinbringt.

Robert Turin ist kein ausschließlich sympathischer Mensch. Er ist ein notgeiler Alkoholiker, der mit seinem toten Kater spricht und seine Frau belügt. Er scheitert kläglich bei mehreren Selbstmordversuchen. Seine Empathie mit anderen HeimbewohnerInnen geht nur soweit, als er selbst keinesfalls so enden will.

„Herzzerreissend komisch“ wie es am Buckrücken steht würde ich Königin der Berge nicht nennen. Aber es ist wirklich erfrischend und überraschend, eine terminale Krankheit aus dieser Perspektive zu erleben. Unweigerlich stellt sich die Frage: Ja darf man das? Ja man darf. Es kann uns alle treffen. Und es tut gut, auch diese Haltung einnehmen zu dürfen. Ehrlich, schmutzig, ekelerregend, aber auch wirklich lustig und absurd.

Ein Hoch auf das Pflegepersonal, das – wie im echten Leben – migrantischer Herkunft und unter furchtbaren Bedingungen dennoch herzlich sein kann.

Mein Vater ist auch sehr krank und pflegebedürftig. Humor hilft, mit vielen überfordernden Situationen umzugehen. Traut euch. Das Leben ist ernst genug!

Daniel Wisser
Königin der Berge
Verlag Jund und Jung
400 Seiten
9783990272244

Ich liebe Schwester Aliki.

Erster Satz
Doris Knecht, Gut, ihr habt gewonnen

Doris Knecht, Gut, ihr habt gewonnen

Ich gestehe gleich: Ich bin Knecht-Fan. Immer schon gewesen. Ich liebe ihre Kolumnen und verschlinge ihre Romane. Erwartet euch also kein objektives Urteil. Wobei hier auf meinem Blog ohnehin alles total subjektiv ist 😉

Gut, ihr habt gewonnen ist eine Sammlung von Kolumnen, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben – um genau zu sein 10. Ich habe das Buch nur deshalb gekauft, weil ich auf der Secondhand-Medienplattform Momox etwas anderes gekauft habe, da ging das gleich mit… so wie der Roman Besser ebenfalls von der Knecht.
Der Lange (ihr Mann) ist mittlerweile Geschichte, die Mimis (ihre Zwillingstöchter) sind (fast) erwachsen. Dieses Wissen schmälert den Spaß an den kurzen Geschichten gar nicht. Im Gegenteil: Manches erklärt sich quasi retrospektiv 😉  Und wenn man selbst Elt (Einzahl von „Eltern“, die unbedingt Eingang in den Duden finden sollte) ist,  und die Trotz- und sonstigen Phasen der Fratzen noch gut in Erinnerung hat, kann man gemeinsam zurückblicken und sich denken: ja es war schon zach, und unfair und mühsam. Aber dennoch blickt man wehmütig darauf zurück. Seufz!

Gut, ihr habt gewonnen ist allen zu empfehlen, die Kinder haben, die noch klein sind – die Geschichten sind kurz, man kann sie gut zwischen zwei Wutanfällen lesen. Oder schon groß und gelassen genießen.

Doris Knecht, Gut ihr habt gewonnen
Doris Knecht, Gut ihr habt gewonnen
Czernin Verlag
175 Seiten
978 3 7076 0274 6

Es ist aber auch der Beweis dafür, dass es uns geht. Dass unsere Sorgen klein sind, und wir uns nicht ums Essen Gedanken machen müssen, sondern ums gute Essen. Es macht dankbar und demütig (also  mich zumindest).

Wer mehr Kolumnen von Doris Knecht lesen will muss unbedingt den Falter abonnnieren. (Aber das muss man heutzutage sowieso! ) Und/oder ihr fangt an mit So geht das! Wie man fidel verspießert, meine Knecht-Einstiegsdroge. (Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!)

Erster Satz:

Noch immer existieren Freunde, die unsere Urlaubsfotos nicht gesehen haben.